Emotionen und Leidenschaft, die in die Welt ausstrahlen

Motoren heulen im Kanon und Reifen schlittern quietschend über aufgeheizten Asphalt während die schnellsten Motorradfahrer der Welt im 90-Grad-Winkel geneigt fast liegend wenige Zentimeter über der Fahrbahn die spektakulären Kurven der Rennstrecke entlang rasen. Für die packende Stimmung und adrenalingeladenen Rennen ist der Sachsenring in der ganzen Welt bekannt. I, CZ, E, F – Schon auf dem Parkplatz wird anhand der unterschiedlichsten Kennzeichen und des Sprachengewirrs aus ganz Deutschland und Europa deutlich, dass hier im beschaulichen Hohenstein-Ernstthal zwischen Chemnitz und Zwickau ein Event von internationaler Größe und Strahlkraft stattfindet. Zum Motorrad Grand Prix Deutschland pilgern insgesamt 200.000 Fans, um hautnah zu erleben wie die schnellsten Motorräder der Welt auf der 3,7 km langen Strecke des Sachsenrings jaulend gegeneinander antreten.

Spanier Marquez holt sich zehnten Sachsenring-Sieg

Knapp 100.000 Besucher verfolgen zum Höhepunkt, dem Rennsonntag, die packenden Rennen, bei denen sich Nachwuchstalente mit gefeierten Stars in der MotoGP, Moto2, Moto3 und erstmals auch MotoE Rennen messen. In der Königsklasse kann Augsburger Stefan Bradl, der kurzfristig vom Honda-Team für den verletzten Jorge Lorenzo aus Spanien nominiert wurde, seinen Heimvorteil auf der deutschen Strecke nutzen und als Zehnter die Zielline überqueren. Souveräner Sieger in der Königsklasse des Motorradsports ist der 26-jährige Spanier Marc Marquez, der sich seinen zehnten Sachsenring-Triumph in Serie holt – den siebten in der MotoGP.

MotoE – Erste Elektro-WM auf dem Sachsenring

Ein neues Highlight des Grand Prix wird mit Spannung erwartet: Erstmals wird die MotoE Weltmeisterschaft auf der Strecke ausgetragen. Die elektrischen, schadstofffreien Motorräder bewegen sich deutlich leiser über die Fahrspur und haben einen anderen Klang als die Maschinen des MotoGP. Der Spannung tut das jedoch keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: die Sinne werden hier noch einmal auf ganz andere Weise angesprochen. Was sonst bei tosendem Lärm untergeht, ist nun deutlicher zu hören: zum Beispiel das Quietschen und Pfeifen der Reifen auf dem Asphalt oder das Geräusch der Maschinen, wenn sie die Luft schneiden. Hier treffen neueste Technologien und Fortschritt auf Motorsporttradition und Nervenkitzel – eine innovative Kombination, die sich hoffentlich auch bei den eingefleischten Fans etablieren kann. Beim ersten MotoE Rennen auf dem Sachsenring kann Finne Niki Tuuli das Podium nach ganz oben steigen.

Gute Laune bei rund 100.000 Besuchern
Im Fahrerlager werden die Motorräder vorbereitet.

Vor Ort auf dem Sachsenring haben wir drei Protagonisten getroffen und mehr über ihre Verbundenheit zum Motorsport, dem Sachsenring und ihrer Heimat erfahren.

Klaus Klötzner, Vorstandsvorsitzender ADAC Sachsen – „Wer wüsste schon, wo Oberlungwitz und Hohenstein-Ernstthal liegen ohne den Sachsenring?“

„Der Sachsenring begleitet mich fast mein ganzes Leben. Der Tag heute ist der Höhepunkt des Jahres aller Motorsportaktivitäten des Sachsenrings. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis und für mich selbst bedeutet es, viele Freunde und Bekannte aus ganz Deutschland hier zu treffen und Motorsport auf höchstem Niveau zu erleben. Für die Bekanntheit der Region und der Kommunen zwischen Zwickau und Chemnitz ist der Sachsenring unglaublich wichtig. Wer wüsste schon, wo Oberlungwitz und Hohenstein-Ernstthal liegen ohne den Sachsenring? Außerdem ist es natürlich wirtschaftlich für alle Beteiligten ein bedeutender Faktor. Das geht los beim Bäcker, der die Brötchen liefert bis hin zum Shuttledienst.“

Klaus Klötzner vom ADAC freut sich über einen gelungenen Grand Prix.

Matthias Polster, Inhaber von Polster Catering aus Lichtenstein – „Der MotoGP strahlt in die ganze Welt.“

„Seit 1999, also seit es auf dem Sachsenring den Grand Prix gibt, machen wir hier als starker Partner des ADAC das Catering. Dieses Jahr gibt es vom Steinbutt bis zur Bratwurst alles, was das kulinarische Motorsportherz begehrt. Punktuell gesehen ist es das größte Event für das wir kochen. Ich selbst bin begeisterter Motorsportfan und betreue heute persönlich unseren größten Kunden hier am Ring. Ich bin dem ADAC und dem Freistaat Sachsen sehr dankbar, dass dieses grandiose Event hier bei uns geblieben ist – es strahlt in die ganze Welt aus.“

Matthias Polster aus Lichtenstein macht das Catering für den ADAC.

Ron Richter, Gründer B2BA Clothing – „Als kleiner Junge bin ich hier schon über den Zaun gesprungen.“

„2011 habe ich in meiner Studentenbude in Leipzig das Label Born to be Awesome gegründet. An den Sachsenring bin ich 2014 wieder zurückgekommen und habe seitdem hier meinen Shop. Ich bin Hohensteiner und liebe meine Heimat und den Rennsport, daher wollte ich nach dem Studium unbedingt wieder herkommen. Mit meinem Label mache ich Kleidung für Menschen, die Spaß am Leben haben und nicht auf hohem Niveau rumnörgeln. Im Rennsport sind viele Leute unterwegs, die genau das leben. Viele Besucher des GP kennen uns schon. Wir haben ein spezielles Sachsenring-Shirt rausgebracht, das alle Begriffe aus der Region, die mit dem Rennsport verknüpft werden, in einem Design verbindet. Der Sachsenring begleitet mich seit meiner Kindheit. Als kleiner Junge bin ich hier schon über den Zaun gesprungen; die Strecke ist mit ganz vielen Emotionen und Leidenschaft verbunden.“