Jede Woche schauen sich 87% aller Menschen online Videos an. 50% des mobilen Traffics wird durch Online-Videos generiert und 67% aller Reisenden lassen sich von Videos inspirieren, um ein Reiseziel zu wählen. Dies sind nur drei von zahlreichen Fakten, die die rasante Verbreitung und zunehmende Beliebtheit von Videos, vor allem im Netz, veranschaulichen. Bewegte Bilder sind hochaktuell und werden in Zukunft unseren Alltag und das Surfen im Internet immer mehr bestimmen. Allein die Videoplattform Youtube hat mehr als eine Milliarde Nutzer, was fast einem Drittel aller Internetnutzer entspricht. Doch wer sind eigentlich die Menschen, die für die vielen Clips verantwortlich sind und wie arbeiten sie? Und wie können Unternehmen die Vorzüge von Videos für sich nutzen? Zwei Tage lang gab es Anfang Oktober bei der ersten internationalen Videokonferenz mit Schwerpunkt auf dem Thema „Reisen“ Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

rund-150-teilnehmer-aus-aller-welt-trafen-sich-in-leipzig

Klappe und Action!

Rund 150 Videographen, Reisevlogger, Geschichtenerzähler und Marketingexperten aus aller Welt trafen sich beim „Video Summit“ im sächsischen Leipzig, um sich kennenzulernen, auszutauschen und neue Erkenntnisse und Inspirationen zu teilen und mit nach Hause zu nehmen. Die Konferenz, deren Schauplatz der Gohliser Mediencampus war, stellte eine Mischung aus Fachtagung, Netzwerkveranstaltung und Plattform für Videographen, Influencer und Unternehmen, die mit diesen zusammenarbeiten möchten, dar. Aktuelle Trends und Entwicklungen in der Branche wurden bei Vorträgen und Panel Diskussionen mit erfolgreichen Rednern besprochen. Auch technische Neuerungen und deren Einflüsse auf die Arbeit, wie zum Beispiel die gesetzlichen Voraussetzungen, um mit Drohnen zu filmen oder die Möglichkeiten von 360° Videos, spielten eine Rolle.

 

„Vertraue Deiner Kreativität!“

Ein Dreh- und Angelpunkt des „Video Summits“ waren die ganz persönlichen (Erfolgs-)geschichten und Erfahrungsberichte, inklusive Tiefschlägen, der Teilnehmer. So wie die der Amerikanerin Rachel Ryle, die am Küchentisch eine Skizze zeichnete, diese mit Hilfe einer Animation zum Leben erweckte und auf die Foto-Plattform Instagram lud, um sie mit ihren Freunden zu teilen. Mittlerweile, keine drei Jahre später, folgen Rachels Account über 950.000 Menschen, sie arbeitet mit internationalen Konzernen zusammen, bereist die ganze Welt und durfte für Hollywood einen Filmtrailer animieren. In ihrem leidenschaftlichen Vortrag verdeutlichte die Videokünstlerin, wie sie ihren eigenen Weg ging und authentisch mit großen und bekannten Firmen zusammenarbeitet. Dem gespannten Publikum gab sie vor allem zwei Hinweise mit auf den Weg: Kennt Eure Zielgruppe und kreiert für genau diese und vertraut Eurer Kreativität!

 

Ein Video sagt mehr als 1.000 Worte

Dass ein gut gemachtes Video mehr sagen kann als 1.000 Worte oder auch Bilder, bewiesen die zahlreichen Clips und kurzen Filme, die die Speaker präsentierten. So wurden die Teilnehmer des „Video Summits“ für ein paar kostbare Minuten in die endlosen Weiten der Natur Islands entführt, die der texanische Videoblogger Alex Chacón („The Modern Motorcycle Diaries“) allein mit seinem Motorrad bereiste. Oder die postkartengleichen Traumstrände der Seychellen, die Reisevlogger Kristen Sarah und Siya Zarrabi aus Kanada („Hopscotch the Globe“) mit Hilfe einer Drohne aus der Luft auf eindrucksvolle Weise einfangen haben. Doch was genau kann das bewegte Bild, das normale Fotoaufnahmen, seien sie noch so professionell erstellt und bearbeitet, nicht können? Die Antwort auf diese Frage wird von fast allen Videoprofis vor Ort gleichermaßen beantwortet: vor allem Emotionen transportieren. Die Art und Weise wie Motive, Kameraführung, Musik, Schnitt und stilistische Effekte wie zum Beispiel Slow-Motion- oder Rückwärtsaufnahmen zusammenspielen, besitzt eine Kraft, die unsere Wahrnehmung vollkommen vereinnahmt und unsere Sinne in eine andere Welt eintauchen lässt. Wir vergessen unsere Umgebung und können uns für einen kurzen Moment völlig auf die Sicht des Videokünstlers einlassen.

Besonders eindrucksvoll bewies das vor allem auch der Dresdner Videograph Sebastian Linda, der auch durch seine preisgekrönten Viralhits „Travel where you live“ und „Life is a Dance“, beide in Kooperation mit der Standortkampagne „So geht sächsisch.“ realisiert, eine besondere Beziehung zu seiner Wahlheimat Sachsen hat. Aber auch auf Reisen darf Lindas Kamera nicht fehlen. Mit seinem Film „Loving Lanka“ über seine Reise nach Sri Lanka, sorgte er für einige Gänsehautmomente im Publikum. Eindrucksvoll und authentisch gab Linda den gespannten Zuhörern einen Einblick in seine Arbeit und demonstrierte kurzerhand mit unterschiedlichen Dur- und Moll-Tonleitern am Blüthner-Piano auf der Bühne den Aufbau einer fesselnden Handlungslinie in Videos. Sein Ratschlag an die Kollegen: entwickelt einen persönlichen Stil und versucht auch einmal die Perspektive zu wechseln und Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

der-dresdner-videokuenstler-sebastian-linda

 

Die perfekte Kulisse

Auch Leipzig selbst konnte als gastgebende Stadt bei den internationalen Teilnehmern des „Video Summits“ punkten. Für viele war es der erste Besuch in Deutschland und Sachsen überhaupt und so wurde die Möglichkeit genutzt, neben der Konferenz, auch die Stadt selbst zu entdecken. Bei einem Spaziergang durch Plagwitz konnte die florierende Kreativszene Leipzigs entdeckt werden und beim abendlichen Besuch des Gondwanalands im Zoo gab es für die Gäste einige tierische und exotische Überraschungen. Ein gemeinsames Abendessen bot den perfekten Ausklang. Kein Wunder also, dass viele der Teilnehmer ihren Aufenthalt in der sächsischen Metropole spontan verlängerten, um noch privat ein paar Tage auf Entdeckungstour durch „Lieblingsleipzig“ zu gehen und Inspirationen aus Sachsen in ihren digitalen Kanälen mit der Welt zu teilen.

Für fünf der „Video Summit“ Teilnehmer ging die Reise nach den beiden Konferenztagen ebenso in die Verlängerung. Allerdings mit einem konkreten Auftrag im Gepäck. Sie sind die Finalisten eines vorangegangenen Wettbewerbs, für den sich Videographen mit einem Clip bewerben konnten. Die neue Aufgabe: einen kurzen Film über Leipzig zu einem bestimmten Thema, wie Musik oder Kultur, drehen. Hier können sich die Videokünstler richtig austoben, denn eindrucksvolle Kulissen und spannende Geschichten bietet Leipzig zu Hauf! Die ersten drei Plätze können sich auf Folgeaufträge im Wert von insgesamt 17.500€, gestiftet von „So geht sächsisch.“ freuen.

 

 

To be continued…

Fazit des ersten „Video Summits“: Den bewegten Bildern gehört die Zukunft, darin waren sich alle einig, egal ob Videokünstler, Reisevlogger oder Unternehmensvertreter. Die entspannte und herzliche Atmosphäre der Konferenz hatte fast etwas von einem großen Klassentreffen und eine Wiederholung wurde ausdrücklich gewünscht! Mit einer Menge neuer Kontakte, Kenntnisse und vor allem einer ordentlichen Portion Inspiration verließen die Teilnehmer Leipzig. Die Meisten waren sich sicher: das war nicht ihr letzter Besuch hier…

Alle Fotos im Beitrag ©Anne Schwerin