Für einen guten Zweck umrunden jedes Jahr 20 Chemnitzer TU-Studenten die Republik.

In wenigen Jahren werden sie Lehrer, Ingenieure oder Informatiker sein, doch jeden September werden 20 Studenten der TU Chemnitz vor allem eines: Extremsportler. Beim wohl längsten Staffellauf umrunden sie ganz Deutschland und sammeln dabei Spenden für einen guten Zweck. „Lauf-KulTour“ nennt sich die studentische Initiative, die sich 2014 zum achten Mal auf den Weg machte: Mehr als 4 Kilometer warteten wieder auf die zwölf Läufer und acht Radbegleiter. In 16 Tagen ging es nonstop gegen den Uhrzeigersinn um die Republik, wobei bei Tag und Nacht immer abwechselnd jeweils ein Läufer unterwegs war.

Gemeinsam für den guten Zweck

In diesem Jahr gehen die Staffellauf-Spenden an die Aktion Benni und Co e.V., die sich gemeinsam mit der Deutschen Duchenne Stiftung für muskelkranke Kinder engagiert. „Mehrere Sponsoren unterstützen das Projekt jedes Jahr und für jeden, der unsere Läufer ein Stück begleitet, fließt ein Spendeneuro in die Kasse“, erklärt der Lauf-KulTour-Vereinsvorsitzende Eric Pertermann – „mitlaufen ist also ausdrücklich erwünscht“. Besonders freut er sich, dass in diesem Jahr der Freistaat Sachsen als Hauptsponsor auftrat. „Das Lauf-KulTour-Projekt hat uns sofort begeistert, daher werden wir es in diesem Jahr erstmals unterstützen“, sagte Regierungssprecher Christian Hoose. Deshalb war der Schriftzug „So geht sächsisch.“ auf den Trikots der Sportler zu sehen, als am 3. September um 19:15 Uhr der Startschuss in Chemnitz fiel. Dann mussten sich die TU-Studenten bewähren, die seit April für dieses außergewöhnliche Projekt trainiert hatten und 16 Tage zu Fuß oder per Rad unterwegs waren.

Perfekte Organisation

Damit das aufwändige Vorhaben im wahrsten Sinne des Wortes „gut läuft“, ist ein ausgeklügeltes Wechselsystem mit drei Läuferteams und zwei Radbegleitergruppen nötig. Die sind in fünf Wohnmobilen unterwegs und stellen sicher, dass Tag und Nacht immer einer der zwölf Läufer mit einem Radbegleiter unterwegs ist. Jeder Läufer ist zweimal am Tag für etwa eine Stunde auf der Strecke und hat dabei stets einen Radbegleiter an der Seite. Der kümmert sich um die Navigation, beleuchtet nachts die Strecke und versorgt den Athleten mit Getränken oder bei Verletzungen. Zwischen den Läufen ruhen sich die Sportler aus, fahren zum nächsten Wechselpunkt und nehmen Pressetermine wahr. Wie gut das Timing funktioniert, zeigte sich beim Zieleinlauf: Am 19. September überquerten die Läufer pünktlich um 17:30 Uhr die Ziellinie vor der Mensa der TU Chemnitz. Mehr als 300 Kilometer hatte jeder von ihnen absolviert, als sie nach dem Zieleinlauf in Chemnitz und – was noch wichtiger ist – viele Spenden für eine gute Sache erlaufen haben.

Botschafter für Sachsen

Mit ihrem Engagement stehen die Sportler der Lauf-KulTour für typisch sächsische Attribute – Herzlichkeit, Pragmatismus und Leistungswillen – die auch den Mittelpunkt von „So geht sächsisch.“ bilden. Mit ihrer Leidenschaft, ihrem Leistungswillen und dem Herzen am rechten Fleck sind die Sportler die perfekten Botschafter, um Sachsen im ganzen Land noch bekannter zu machen.