Anfang Oktober war Leipzig Schauplatz des Video Summits, der ersten internationalen Videokonferenz zum Thema „Reisen“. Über 150 Teilnehmer aus aller Welt kamen im Gohliser Mediencampus zusammen, um sich kennenzulernen, auszutauschen und zahlreichen Vorträgen und Diskussionen zu lauschen. Wir haben uns mit einigen der Teilnehmern unterhalten:

Benno Schmidt aus Berlin

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Benno, warum bist du beim Video Summit?

Ich arbeite als Marketingmanager bei einem Reiseveranstalter und in dieser Funktion realisiere ich viele Videoproduktionen.

Also vertrittst du zwei Seiten? Zum einen das Unternehmen und zum anderen auch den ausführenden Bereich?

Genau. Es arbeiten zur einen Hälfte sehr viele Kreative bei uns und zur anderen Hälfte die Marketingmanager, die die Kreativen anhören und mit ihnen zusammenarbeiten möchten. Ich mache ein bisschen was von beidem.

Bist du mit bestimmten Erwartungen oder Vorstellungen hergekommen? Welchen Input möchtest du gern mitnehmen?

Bei mir steht demnächst wieder eine Videoproduktion an, für die ich ein 360°-Video machen möchte. Hier habe ich schon einige Leute getroffen, die sich mit diesem Thema gut auskennen. Außerdem interessieren mich Kreativstrategien und ich möchte mir generell Inspiration holen.

Konntest du bisher denn schon etwas Spannendes für dich mitnehmen?

Ja, auf jeden Fall! Sehr gut fand ich den ersten Vortrag von Nicolas Chibac zum Thema 360°-Videos. Er hat den Bereich Virtual Reality schon relativ früh erkannt und daraus seine Firma gegründet. Das war sehr spannend. Und auch der Workshop von Matty Brown. Er ist einfach eine Koryphäe! Wie er seine Kreativprozesse angeht, davon kann man wirklich viel lernen. Er macht grandiose Videos.

 

Juliana Broste aus Denver
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 Juliana, du kommst extra aus Denver?

Der Video Summit ist eine tolle Gelegenheit für mich, aus den Rocky Mountains rauszukommen. Hier bin ich mit vielen Kollegen aus der Branche zusammen und kann auch einige neue Gesichter kennenlernen. Es macht viel Spaß, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Warst du schon einmal in Leipzig?

Bisher nicht, doch Leipzig erregt Aufsehen als aufstrebende Stadt und durch seine Offenheit gegenüber Kreativen. Ich habe viel Gutes über Leipzig gehört und freue mich daher besonders, hier zu sein.

Gefällt es dir bisher?

Ich liebe es! Gestern Abend haben wir einen kleinen Spaziergang, eine Fototour, durch die Stadt gemacht. In dieser tollen Abendstimmung, wenn die Sonne untergeht, haben wir die Menschen in den Straßencafés beobachtet und uns die bekannten Kirchen, Gebäude und Museen angesehen. Es gibt unglaublich viel zu entdecken!

Ist Leipzig deiner Meinung nach der passende Ort für eine Veranstaltung wie den Video Summit?

In Leipzig wird Interaktivität großgeschrieben und die Stadt forciert das. Das finde ich toll! Gerade ist eine spannende Zeit, um mit Videos kreativ zu sein. Durch die Demokratisierung von Informationen kann jeder mitgestalten. Leipzig macht alles richtig, Kreative aus aller Welt einzuladen, um die Stadt zu erleben. Ich hoffe, dass sich die Tradition fortsetzen wird.

Hast du Ratschläge oder Tipps für alle, die auch kreativ werden oder mit Video-Blogging anfangen möchten?

Die Kraft, etwas zu erschaffen, hat jeder und jeder hat ein Smartphone. Viele haben auch eine hochwertige Kamera. Ich denke, es ist wichtig, dass man nur durch das Erschaffen auch wirklich etwas Erzeugen kann. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, kreativ zu sein und seine Meinung zu teilen. Es ist sehr inspirierend, wenn jeder etwas entwickelt. Ich hoffe, Menschen nutzen die Chance, dass wir so viele Möglichkeiten haben, unsere Geschichten zu teilen. Daher ermutige ich jeden, es einfach auszuprobieren. Nicht jeder wird davon leben können, aber der erste Schritt ist, es zu versuchen.

Waren an den zwei Tagen interessante Beiträge für dich dabei? Was war bisher am wertvollsten für Dich?

Die Gespräche gestern haben mich sehr inspiriert. Die Redner waren wirklich gut und die Informationen spannend – so sind einige tolle Ideen und ein sehr nettes Miteinander entstanden. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, von all diesen kreativen Menschen umgeben zu sein, denn alle sind sehr talentiert und erfahren. Interessant ist, dass hier beim Summit Experten aus aller Welt zusammenkommen und man so die Möglichkeit hat, bei einem Kaffee miteinander zu diskutieren. Das ist eine sehr gute Gelegenheit, sich in der Branche weiterzuentwickeln. Es ist großartig und macht viel Spaß!

 

Pablo Apiolazza aus Argentinien

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Was machst du beruflich?

Ich bin Filmemacher und habe mein eigenes Unternehmen. Wir machen visuelles Storytelling für Marken und Reiseziele. Und ich bin Teil des Reisevlogs „StoryTravelers“.

Was ist das Besondere am Video Summit?

Die wichtigste Erfahrung ist es für mich, meine Freunde und Kollegen wiederzutreffen und einfach mit allen zusammen zu sein. Dadurch ergibt sich die Chance, sich gegenseitig zu informieren, Neues zu lernen und andere Menschen kennenzulernen – besonders Menschen, die anders sind. Wir ergänzen uns und das ist wichtig für die Branche. Die Menschen sind viel unterwegs, was es schwierig macht, sich im Alltag auszutauschen.

 

Patrick Schwarz aus Dresden und Paul Evan Becker aus Leipzig

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Wer seid ihr und was macht ihr?

PS: Ich bin Patrick Schwarz, selbstständiger Filmemacher aus Dresden. Ich habe beim Video Contest im Vorfeld mitgemacht und bin einer der fünf, die nach dem Video Summit noch mal auf Tour gehen, um einen Film über Leipzig zu drehen. Der Gewinner erhält dann den Auftrag für einen neuen Imagefilm über die Stadt.

PEB: Ich bin Paul. Ich komme aus Leipzig, bin 18 Jahre alt, gehe noch zur Schule und mache gerade mein Abitur. Ich habe mich spontan mit einem einminütigen Video für den Wettbewerb beworben und bin nun auch unter den Finalisten.

Was gefällt euch am Video Summit?

PEB: Das Coole hier ist, die vielen verschiedenen Leute zu treffen. Zum Beispiel erfolgreiche Youtuber oder Filmemacher, die ständig unterwegs sind in der ganzen Welt. Das inspiriert!

PS: Bisher hat mir Matty Browns Vortrag gestern am besten gefallen. Das war sehr inspirierend, weil er die reale Geschichte, die ihn dazu geführt hat, was er jetzt macht, erzählt hat. Sehr emotional.

Wo gefällt es euch besonders gut in Leipzig?

PEB: Generell auf der Karli, würde ich sagen. Ich wohne direkt in der Nachbarschaft und bin dort viel unterwegs. Aber auch Plagwitz ist eine ziemlich coole Gegend.

Auf welchen sozialen Plattformen seid ihr aktiv?

PEB: Definitiv Instagram. Ich poste jeden Tag ein Bild auf Instagram. Dadurch bin ich auch überhaupt zum Filmen gekommen.

PS: Ich bin auch auf Instagram aktiv und verwalte mehrere Vimeo-Kanäle von verschiedenen Labels, zum Beispiel von einem Skateboard-Label aus Leipzig.

 

Kristen Sarah aus Kanada

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Kristen, du bist gerade erst aus Kanada angekommen?

Ich komme gerade aus Kanada, aber reise von hier aus nach der Veranstaltung direkt weiter in die Dominikanische Republik. Das Kofferpacken war etwas kompliziert dieses Mal. (lacht)

Das hört sich gut an. Bist du zum ersten Mal in Deutschland oder in Leipzig?

Ich war schon oft in Europa und auch in Deutschland, bin aber zum ersten Mal in Leipzig.

Was sagst du zum Video Summit?

Es ist großartig, weil es nicht so überfüllt ist und man daher mit allen Menschen leicht ins Gespräch kommt. Hier sind wirklich viele gute Kreative und Marken, mit denen man sich unterhalten kann. Das gefällt mir. Von den Präsentationen kann ich viel mitnehmen und darum geht es hier ja.

 Welchen Ratschlag würdest du Branchen-Newcomern mit auf den Weg geben?

Es gibt heute viel mehr Möglichkeiten als noch im letzten Jahr und nächstes Jahr wird es noch mehr geben. Die Branche wächst und wächst und viele Marken und Kreative bekommen mehr Einfluss, was wiederum für die Menschen, die selbst Teil davon werden möchten, mehr Chancen bietet. Sicherlich braucht es viel harte Arbeit, Talent und Leidenschaft. Doch wer sich in der Branche versuchen will, sollte es aus Begeisterung tun und nicht, weil es gerade „cool“ ist. Das ist nicht der richtige Weg, um erfolgreich zu werden.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Ich möchte einfach nur weitermachen mit meinen Ideen wie bisher, denn ich liebe, was ich tue. Ich möchte weiterhin etwas erschaffen und mich weiterentwickeln, um noch mehr Chancen wahrzunehmen.

 

Rachel Rye aus Colorado und Ajay Mantri und Michael Dewey aus Nord-Kalifornien

Wer seid ihr und was macht ihr?

RR: Ich bin Rachel Ryle und arbeite als Illustratorin und Storytellerin.

AM: Ich heiße Ajay Mantri und bin Fotograf.
MD: Mein Name ist Mike. Ich bin Filmemacher und Storyteller und gestalte einen YouTubekanal für eine Marke.

Wie gefällt euch Leipzig? Wart ihr schon ein bisschen unterwegs?

RR: Ich bin zum ersten Mal hier und liebe das Essen und die historische, aber vielfältige Architektur. Gestern Abend haben wir uns die historische Innenstadt angesehen, was für uns sehr inspirierend war, da es das in den USA nicht in dieser Form gibt.

AM: Wir haben bisher die ganze Zeit an der Konferenz teilgenommen, aber bleiben zum Glück noch ein paar Tage in der Stadt. Wir möchten viel erkunden, Geheimtipps erkunden und vielleicht zum See. Die Gegend hier ist wunderschön und ich liebe den Vibe Leipzigs. Es ist einfach cool!

MD: Ich war schon einige Male in Deutschland und habe viel über Leipzig gehört, daher bin ich sehr aufgeregt, hier zu sein.

Was nehmt ihr vom Video Summit mit?
RR: Ich bin sehr begeistert von der Konferenz insgesamt, ich dachte nicht, dass es so cool wird. Aber all die kreativen Menschen inspirieren mich tatsächlich sehr. Spannend finde ich, dass wir alle unserer Arbeit mit Leidenschaft nachgehen und trotzdem auf so unterschiedliche, vielfältige Weise. Alle arbeiten mit und rundum Videotechnik, doch jede Unterhaltung hat mich inspiriert und meinen Horizont erweitert.

MD: Die Workshops waren großartig gestern, davon habe ich sehr viel für mich mitgenommen. Oft fällt es mir schwer, Inspiration zu bekommen, weil mir die richtigen Menschen in meinem Umfeld fehlen. Doch hier kommen so viele Menschen zusammen, die alle Ähnliches tun. Das ist sehr aufregend, weil es einen selbst weitertreibt und herausfordert. Dadurch, dass der Summit eher klein gehalten ist, lernt man umso mehr Menschen kennen und schnappt vieles auf. Persönlich in Kontakt miteinander zu treten, ist eine bereichernde Erfahrung und gute Chance.
AM: Mir gefällt die Bedeutung des Ganzen hier. Der Summit ist wirklich wichtig für unsere Zeit und das, was wir alle tun. Die Unterhaltungen waren sehr informativ.

 

Alle Fotos im Beitrag ©Anne Schwerin