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Dialekt

Sächsisch für Anfänger

schnorbslich

(Adjektiv)

schnorbslich = sächsisch für „geräuschvolles Zerkleinern von knackig-hartem Essen“

Liebe geht durch den Magen! Ganz gleich, wo man is(s)t, immer gibt es etwas Leckeres zu entdecken. Ob in Leipzig das Allerlei, das Neunerlei im Erzgebirge, ob Dresdner Eierschecke oder Meißner Fummel, ob vogtländische Kartoffeln oder knackiges Gemüse – sie alle zeigen die Vielfalt der sächsischen Küche und laden zur kulinarischen Gaumenreise ein.

Karotten sind besonders schnorbslich. pixabay/Devanath

Sächsisches Wort des Jahres

Übrigens: Seit 2008 werden von der Ilse-Bähnert-Stiftung die Sächsischen Wörter des Jahres gekührt. Mit der Aktion sollen aussterbende Wörter gerettet und die Mundart als wichtiger Teil der deutschen Sprache gefördert und belebt werden. Alljährlich werden in den Kategorien "Beliebtestes Wort", "Schönstes Wort" und "Bedrohtestes Wort" Kandidaten vorgestellt und Sieger per Voting ermittelt. Zudem gibt es seit 2018 eine Sonderkategorie, in der bisher "Diggnischl" als Sächsisches Schimpfwort (2018), "Guhdsdr" als Sächsisches Kosewort (2019) und "gägsch" als Sächsischer Gemütszustand gewählt wurden.

Deutsches Kleingärtnermuseum: Geschichte erleben, drinnen und draußen

Die entspannte Atmosphäre genießt auch der Besucher, wenn er an den herbstlich bunten Gärten in der Anlage des „KGV Dr. Schreber“ vorbeischlendert. Dort, wo sich einst der erste Schrebergartenverein befand, wurde 1992 das Deutsche Kleingärtnermuseum gegründet und ist vier Jahre später der Öffentlichkeit zugänglich gewesen. Auf Spurensuche im Deutschen Kleingartenmuseum Leipzig, dem weltweit einzigen seiner Art, klärt Museumschefin Caterina Paetzelt über die Historie auf: „Der Kleingarten, so wie wir ihn heute kennen, hat historisch verschiedene Wurzeln. Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden parallel zur Industrialisierung beispielsweise Armen-, Fabrik- oder Eisenbahngärten. 1864 wurde der erste Schrebergartenverein gegründet.“ Die Museumsleiterin fährt fort: „Wir präsentieren die Entstehungsgeschichte, historische Gartengeräte und erzählen Anekdoten rund um den Schrebergarten. Jedes Jahr gibt es eine kleine Sonderausstellung.“ Vor allem für Kinderbesuchergruppen sind die drei Schaugärten im Außenbereich ein Erlebnis. „Die Kinder dürfen dann auch gern mal frisches Obst oder Gemüse ernten. Das haben viele Mädchen und Jungs noch nie gemacht.“ Ein Stück weiter zeigen detailgetreu und liebevoll restaurierte historische Gartenlauben, dass Naturverbundenheit und Erholung noch nie viel Platz brauchten.

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Fotos: Dirk Brzoska Fotografie