Lang, lang ist’s her, dass unten im Tal die Freiberger Mulde rauschte und oben auf Schloss Colditz der Minnesang erklang. Ab 1046 erröteten hier zarte Mägde beim Anblick stolzer Edelmänner – genau wie in den vielen anderen Gemäuern, die dem Burgenland seinen Namen gaben. Burg Kriebstein oder Jagdschloss Wildeck heißen sie und hinter ihren Mauern verbergen sich unzählige Geschichten aus vielen Jahrhunderten, die es zu entdecken lohnt. Manche davon haben es sogar zur Weltgeschichte gebracht, wie Schloss Hartenfels in Torgau zeigt: Hier stellte Friedrich der Weise die politischen Weichen für Luthers Reformation und 1544 weihte der Reformator persönlich die erste neue Protestantenkirche Deutschlands ein.

In Torgau verbrachte Luthers Ehefrau Katharina von Bora ihre letzten Lebensjahre, eine weitere Station ihres Lebens liegt nur 50 Kilometer südwestlich: Kloster Nimbschen bei Grimma. Die Stadt – auch „Perle des Muldentals“ genannt – zog einst Dichter wie Friedrich Schiller oder Theodor Körner an, die hier gern im Sommerhaus ihres Verlegers Georg Joachim Göschen verweilten. Und hätte es damals die Denkmalschmiede Höfgen und den „Jutta Park“ schon gegeben – die beiden wären gewiss auch dort durch die Landschaft flaniert.

Doch neben aller Geschichte und Kultur ist die Region auch für ihre unberührte Landschaft berühmt. Die Dahlener und Dübener Heide gelten zusammen als flächengrößtes Waldgebiet Mitteldeutschlands, in den Flusstälern von Striegis, Mulde oder Zschopau lässt sich prima wandern und radeln. Dabei empfiehlt sich nicht nur der Blick nach oben auf die Trutzburgen aus längst vergangener Zeit, sondern auch an die Flussufer. Denn dort stehen die Burgen … der Biber.

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