„Hightech-Materialien bestimmen die Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Viele der so genannten ‚neuen Werkstoffe‘ von heute lassen sich nur unter extrem hohen Temperaturen charakterisieren und verarbeiten“, sagt Uwe Lohse. Er ist Geschäftsführer von XERION ADVANCED HEATING, ein auf Hochleistungsöfen spezialisiertes Unternehmen aus dem sächsischen Freiberg. In den vergangenen 16 Jahren hat er aus einem Start-up ein Hightech-Unternehmen geformt, das an internationale Kunden beispielsweise in Russland, Südafrika oder Chile liefert. Das fünfzehnköpfige XERION-Team ist interdisziplinär aufgestellt – Elektrotechniker, Feinmechaniker, Vakuum- und Messtechniker, Physiker mit Spezialisierung auf Optik. „Wir funktionieren wie eine Manufaktur. Der Kunde bespricht mit uns seine ganz besonderen Anforderungen an einen Spezialofen. Danach konstruieren und designen wir, montieren und testen“, erklärt der promovierte Elektrotechniker.

Hightech-Maßanfertigungen made in Saxony

Das ist auch der Grund, warum jedes Produkt ein Einzelstück ist, Serienfertigungen gibt es nicht. So hat XERION jüngst einen Spezialofen mit integrierter Prüfanlage für Turbinenschaufeln entwickelt. „Fast jedes harte Material hat Hitzebehandlungen hinter sich, damit es widerstandsfähig wird“, so Lohse, „in der Industrie, wo Materialien besonderen Belastungen ausgesetzt sind, ist das besonders wichtig.“ Wie bei den Turbinenschaufeln, die im Flugzeugbau eingesetzt werden und die außerordentlich hohen Anforderungen standhalten müssen. Deshalb muss das Material, aus dem die Turbinenschaufeln gemacht sind, extrem strapazierfähig sein. Das erledigt der XERION-Ofen.

Region Freiberg: gründerfreundlich und forschungsaffin

Uwe Lohse ist auf eine zurückhaltende Art stolz, dass Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen weltweit auf die Präzision seiner Produkte setzen. „Ich bin froh, dass ich hier in Freiberg gestartet bin“, bekräftigt er. „Man kann ein Unternehmen wie unseres nicht auf der grünen Wiese gründen. Sachsen ist für mich eines der wenigen Bundesländer, das über eine ingenieurwissenschaftliche Tradition verfügt, verbunden mit einer modernen und leistungsfähigen Forschungsinfrastruktur.“ Dieses Umfeld mit der gut aufgestellten TU Bergakademie Freiberg im Rücken sei das erste wichtige Puzzlestück für seine erfolgreiche Gründung gewesen. „Außerdem hatte ich bereits an der Akademie der Wissenschaften Berlin und der Bergakademie materialwissenschaftlich geforscht, mein Netzwerk geknüpft und wollte nun meine Ideen im eigenen Unternehmen umsetzen“, blickt Lohse zurück.

Durchstarten Richtung Erfolg

Mit Hilfe des Business Development Centers Sachsen in Freiberg, das in den 90er-Jahren Gründern unter die Arme griff, sowie einem bundesweiten Förderprogramm für junge Technologiefirmen konnte Uwe Lohse nach nur einjähriger Vorbereitungszeit starten. Unternehmenssitz wurde eine modernisierte Werkhalle auf dem Gelände des ehemaligen Deutschen Brennstoffinstitutes (DBI), zu DDR-Zeiten ein Forschungsinstitut des Gaskombinats Schwarze Pumpe. Heute ist auf dem früheren Kombinatsgelände ein florierender Technologiepark entstanden. Hier haben sich neben regionalen Unternehmen Global Player wie Siemens angesiedelt. Gemeinsam liefern sie innovative Produkte sächsischer Ingenieurskunst in alle Welt.

www.xerion.de