Eric Frenzel holte in ihnen Gold in der Nordischen Kombination in Sotschi. Der Japaner Akito Watabe schwört auf Rass-Schuhe und der Norweger Magnus Krog sowieso. Die Spezialschuh-Firma aus Schönheide im sächsischen Erzgebirge ist Weltmarktführer bei Skisprung-Stiefeln. Außerdem fertigen die Sachsen Fußball-, Ringer-, Tanz- und Hallensportschuhe für einen internationalen Kundenstamm. Warum ist das so, was macht den Erfolg von Rass-Schuhen aus? „Die sind einfach die schönsten“, witzelt Tom Rass, Orthopädieschuhmachermeister und Geschäftsführer. „Im Ernst – die optimalen Schuhe sind beim Skispringen entscheidend, sie sind das Bindeglied zwischen Körper und Ski. Nur ein perfekt sitzender Skistiefel bringt die gewünschte Weite beim Sprung.“ Bei der Anfahrt müssen die Schuhe eine hohe Geschwindigkeit bringen, beim Absprung den Ski in den richtigen Winkel bringen, in der Flugphase eine optimale Flugbahn gewährleisten und schlussendlich eine sichere Landung ermöglichen. Damit all das gelingt, sind Rass-Spezialsprungstiefel Hightech-Maßanfertigungen, die individuell angepasst werden.

Die richtigen Schuhe: eine Wissenschaft für sich

„Das ist eine Wissenschaft für sich“, erzählt Tom Rass und meint damit, dass der Erfolg eines Sportlers heutzutage wesentlich von der Qualität und dem Material seiner Ausstattung abhängt. Das Tüfteln, Friemeln und Weiterentwickeln gehört bei Rass seit der Unternehmensgründung 1962 zur Unternehmensphilosophie. Rass: „Wir waren schon immer getrieben davon, Wege und Mittel zu finden, noch bessere und sicherere Skistiefel zu entwickeln.“ Dafür arbeitet das Unternehmen eng mit aktiven Sportlern, Trainern und Sportwissenschaftlern zusammen und macht immer wieder von sich reden. 1975 zum Beispiel, als die Erzgebirgler den ersten Sprungstiefel mit Wadenspoiler entwickelten und damit das Skispringen viel sicherer machten. Oder 1992 mit dem weltweit ersten Schuh-Bindungs-System. „ In Zusammenarbeit mit dem namhaften Bindungshersteller Silvretta-Sherpas und Adidas Herzogenaurach haben wir diese Idee in die Tat umgesetzt“, ist Tom Rass noch heute stolz. Zu aktuellen Neuentwicklungen will er wenig sagen: „Betriebsgeheimnis.“ Dann sagt er doch: „Heute liegt das Innovationspotenzial vor allem in der Weiterentwicklung des Materials. Wir setzen inzwischen hauptsächlich auf Hightech-Verbundstoffe.“

Sächsisches Familienunternehmen international aufgestellt

Der 51-Jährige ist selbst ehemaliger Skispringer. Er führt das Unternehmen inzwischen in vierter Generation. Nummer fünf steht bereits in den Startlöchern. Seine beiden erwachsenen Söhne, 21 und 24 Jahre alt, arbeiten ebenfalls in der Firma. Die Buchhaltung ist das Revier seiner Frau, während der Senior-Chef, Tom Rass‘ Vater, nach wie vor mit in der Produktion unterstützt. Insgesamt 35 Mitarbeiter beschäftigt das sächsische Familienunternehmen, das auch Vertriebsdependancen in Japan, Norwegen und Slowenien hat. Neuester Coup im Produktportfolio sind übrigens maßangefertigte orthopädische Schuhe, die nicht danach aussehen – also chic und gesund sind.

www.rass-sportschuhe.com