Deutschlands größtes Wiederverkaufshaus Momox betreibt in Leipzig sein Hauptlager. Das Unternehmen kauft und verkauft gebrauchte Bücher und CDs, Elektronik oder Kleidung.

Direkt gegenüber der Neuen Messe Leipzig erhebt sich das mit 40 Quadratmetern größere der beiden Lager- und Versandzentren der Firma Momox. Hier wird nicht nur die angekaufte Ware angeliefert, geprüft und in eines der langen Regale eingelagert. Von hier aus gehen Bücher, CDs oder Computerspiele auch wieder zu den Kunden. Im Dezember 2011 war das damals nur etwa halb so große Momox-Lager im brandenburgischen Neuenhagen zu klein geworden für Christian Wegners Unternehmen, das er 2006 in Berlin mit nur 1.500 Euro Startkapital gründete. Was als Ein-Mann-Firma zum An- und Verkauf gebrauchter CDs über das Internet begann, ist ein Unternehmen mit etwa 750 Mitarbeitern geworden. Viele von ihnen arbeiten am Leipziger Standort. „Dabei verzichtet Momox im Gegensatz zu Wettbewerbern auf Zeitarbeiter“, sagt Heiner Kroke, der im März 2013 für Christian Wegner an die Spitze von Momox trat.

Dem Zeitgeist folgend

„Kontinuierlich“ will der 45 Jahre alte Unternehmer das Geschäft ausbauen, das längst nicht mehr auf CDs begrenzt ist, auch wenn deren Ankauf über www.momox.de und Verkauf über www.medimops.de noch immer wichtig sind. Längst dazugekommen sind Bücher aus zweiter Hand, die mit etwa 50 Prozent am Jahresumsatz von 60 Millionen Euro am schwersten wiegen. „Der Neuverkauf von Büchern mag sich abschwächen“, sagt er, „doch der Gebrauchtmarkt boomt bei uns seit Jahren.“ Den Rest des Umsatzes erwirtschafteten DVDs, Computerspiele, Markenkleidung und Technik. Interessant für Momox sind solche Produkte, deren Erscheinungsform sich ändert oder die von Innovationen abgelöst werden, ohne dass sie ganz vom Markt verschwinden – CDs etwa oder gedruckte Bücher.

An- und Verkauf global

Eine Second-Hand-Plattform, vorrangig für Kleidung, wurde erst im Februar 2014 unter www.ubup.com freigeschaltet; mehr als 80 Artikel stehen dort zum Verkauf. Obwohl mittlerweile auch Waren aus Österreich, Großbritannien und Frankreich aufgekauft und dann – mit Hilfe von Amazon – bis nach Amerika verkauft werden, sieht Kroke die Branche „erst am Anfang“. Momox punktet damit, dass Kunden ihre Waren möglichst unkompliziert loswerden – zu garantierten Preisen, die man vor Einsendung der Ware über das Internet erfährt. Beträgt der Wert mindestens 10 Euro, senden Kunden die Ware per Post zum Beispiel nach Leipzig, das Porto übernimmt Momox. Erfüllt die Ware die auf der Internetseite beschriebenen Anforderungen, bekommt der Kunde sein Geld aufs Konto. Bequemer lassen sich Dachboden oder Hobbykeller kaum entrümpeln. Vielen Verkäufern komme es dabei ohnehin nicht in erster Linie auf die Höhe des Erlöses an, sondern dass brauchbare Dinge nicht im Müll landen.