Mit Hightech begegnet eine Wohnungsgesellschaft im Erzgebirge den Herausforderungen des demografischen Wandels.

Die Erzgebirgsgemeinde Raschau-Markersbach hat rund 6.000 Einwohner. Etwa ein Drittel davon wohnt im „Reich“ von Kai Schwengfelder. Der ist Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsgesellschaft und ein realistischer Mensch. Aus seinem Bürofenster sieht er deshalb nicht nur gepflegte Rasenflächen und schmucke Fassaden, sondern auch ein Problem: „Der größte Teil unserer Bewohner ist über 65 Jahre alt.“ Viele von ihnen wohnten bereits Jahrzehnte hier, seien treue Mieter und fühlten sich wohl – „aber wenn die Gesundheit nachlässt, müssen viele ihre Wohnung aufgeben.“

In diesem Dilemma kam ihm ein anderes Problem gerade recht – in Gestalt eines Häuserblocks. Das ehemalige „Ledigenwohnheim“ war dringend sanierungsbedürftig und „perfekt geeignet für eine barrierearme Modellsanierung mit Blick auf gesundheitlich beeinträchtige Mieter“, so Kai Schwengfelder bei der Führung durch die Baustelle. Oberschenkeldicke Kabelstränge in allen Räumen machen klar, dass modernste Technik eine wichtige Rolle in diesem Projekt spielen wird. Dafür hat sich die Wohnungsgesellschaft mit dem regionalen Stromversorger enviaM einen kompetenten Partner ins Boot geholt. Das gemeinsame Konzept ist „generationenflexibel“ und setzt deshalb auf Hochgeschwindigkeitsnetzwerke in allen Räumen, wie sie etwa junge Leute heute erwarten. Diese dienen als Basis zahlreicher Sensorsysteme für mehr Sicherheit im Alltag: Sensoren melden etwa per Sprachausgabe, wenn die Badewanne überläuft oder der Herd beim Verlassen der Wohnung noch eingeschaltet ist. Selbst die Überwachung der Räume ist möglich – wenn der Bewohner über eine gewisse Zeit reglos auf dem Boden liegt, könnte das System automatisch einen Notruf auslösen.

Geschäftsführer Schwengfelder ist gespannt auf die Erfahrungen der künftigen Mieter, die ab Ende 2016 einziehen. „Natürlich entscheiden sie selbst, ob und wann sie welche Funktionen nutzen möchten“, sagt er. Deshalb ist er optimistisch, dass sie sich in diesem Haus den Wunsch erfüllen können, „möglichst lange selbstbestimmt und sicher in den eigenen vier Wänden zu leben.“