Über das Online-Frauenmagazin sisterMAG, Mut und digitalen Gründergeist.

Für den Traum, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, hat sie sogar ihren festen Job in London gekündigt. Der Traum ist inzwischen in Erfüllung gegangen: Zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Mann hat die gebürtige Freibergerin Antonia „Toni“ Sutter vor vier Jahren ein digitales Frauenmagazin gegründet. Sie ist eine der Herausgeberinnen der Online-Frauenzeitschrift sisterMAG – Journal für die digitale Dame, eines der kreativsten Produkte, das die deutsche Verlagsszene derzeit zu bieten zu hat. „Meine Schwester Theresa ‚Thea‘ und ich haben in Leipzig studiert. 2011 hat Thea das Konzept für eine digitale Frauenzeitschrift als Masterarbeit entwickelt“, erzählt Toni. „Das haben wir zusammen weitergedacht und so ist im Februar 2012 die erste Ausgabe des sisterMAG quasi in Theas Studentenbude in Leipzig-Gohlis entstanden. Ich habe zu der Zeit in London bei einem Mobile-Marketing-Unternehmen gearbeitet“.

Da ist Potential drin: Lasst uns was Eigenes machen!

Die Rückmeldungen auf diese erste Ausgabe waren durchweg positiv. So positiv, dass die Schwestern zusammen mit Alex Sutter, dem Mann von Toni, weitermachten. Der Vertriebsprofi brachte weitere Kundenkontakte mit – elementar wichtig, denn die Onlinezeitschrift ist kostenfrei und finanziert sich durch Contentmarketing, eine spezielle Form der Werbung. Die drei spürten: Da ist Potential drin. Und: Wir wollen was Eigenes aufbauen. Also der Sprung ins kalte Wasser. 2013 kündigen Toni und Alex Sutter ihre Jobs und gründen mit Thea die Firma Carry-On Publishing, mit der sie inzwischen verschiedene Onlinemagazine herausgeben. Bei ihrer digitalen Frauenzeitschrift ist das Sutter-Neubauer-Team inhaltlich und strukturell bei dem innovativen Ansatz aus Gründertagen geblieben: Eine feste inhaltliche Struktur und eine klassische Redaktion gibt es nicht. Antonia Sutter: „Wir nehmen uns die Freiheit, für jede Ausgabe Menschen zu suchen, die für ein besonderes Thema brennen. Wir haben die Erfahrung gemacht, wenn jemand leidenschaftlicher Experte auf seinem Gebiet ist, spürt man das ganz deutlich bei den Texten oder Fotos. Es steckt eben Herzblut drin“, erzählt Sutter.

Digitale Zusatzangebote: Willst du mehr, kriegst du mehr.

Das Magazin hat keine festen Rubriken, wie das im Printbereich üblich ist. Stattdessen gibt es immer ein Oberthema. Bei der aktuellen Ausgabe ist es ‚WASSER FARBEN‘. „Zu diesem Thema schreiben wir – beispielsweise über Meersalzrezepte, die Geschichte des Seebads, weltweite Wasserschutzprojekte oder das Leben auf einer Hallig (kleine Nordseeinsel)“, erklärt Toni Sutter. Außerdem sind in jeder Ausgabe so genannte Digital Goodies, digitale Zusatzangebote, eingebaut. Das können Downloads, Audiodateien, Links zu ausgewählten Produkten oder Videodateien sein.

Wichtig ist der 35-Jährigen: „Jede sisterMAG-Ausgabe ist eine Familienproduktion.“ Evi Neubauer, die Mutter der beiden Schwestern, ist studierte Textilingenieurin. Sie entwirft seit der ersten Ausgabe für jedes Covershooting ein neues Outfit – passend zum Heftthema. Die Stoffe dazu kommen beispielsweise aus einem Geschäft in der Dresdner Neustadt, die Schnitte gibt’s als Download. Bei vielen Shootings ist die Mama mit an Bord, hilft und unterstützt. Außerdem taucht Sachsen im Magazin immer wieder auf – als traumhafte Fotolocation wie hier in Dresden – oder auch thematisch. So ging das sisterMAG 2013 im Weihnachtsspecial auf Rundreise durch Sachsen und besuchte kleine Manufakturen. In der aktuellen sisterMAG-Ausgabe wird die App Ask Helmut vorgestellt, die Insidertipps für Veranstaltungen in Leipzig und Berlin gibt. In der Ausgabe zuvor lag das „Trend Spotlight“ auf den zuckersüßen Möbeln der Candy Company, einer jungen Leipziger Möbelmanufaktur.

Mit Herzblut und Familienpower.

Nach drei Jahren und 25 Ausgaben lesen rund 200.000 Menschen das Onlinemagazin. Eine echte Hausnummer. „Uns war immer wichtig, dass wir es aus eigener Kraft schaffen. Auf Investoren haben wir bewusst verzichtet. Wir wollten uns ausprobieren, experimentieren und haben lieber in Kauf genommen, dass wir langsamer wachsen. Das war der richtige Weg“, resümiert Antonia Sutter.

Und was ist mit Träumen für die Zukunft? Die Unternehmerin denkt ein paar Augenblicke nach. „sisterMAG zu internationalisieren – also unter anderem auf dem amerikanischen Markt zu platzieren – das wäre schon was. Da hätte ich Lust drauf.“ Zuzutrauen ist es ihnen – dem Sutter-Neubauer-Familienteam.