Heilende Kräfte wurden dem Wasser der „Augen-Quelle“ einst zugeschrieben. Daraus entwickelte sich „Margon“ – eine der erfrischendsten und bekanntesten Marken in Sachsen.

Als der Naturheilkundler Gottfried Moritz Gössel 1903 im sächsischen Burkhardswalde die „Augen-Quelle“ entdeckte, hatte er großes im Sinn: Ganz Europa sollte sein „Kur- und Tafelwasser“ genießen und die heilsame Kraft des „Margon“ erfahren. So nannte Gössel die mystische Energie, die er im Quellwasser wähnte. Tatsächlich wurde das Wasser ein Erfolg. Schon ein Jahr später trank man in London und St. Petersburg das „gesunde“ sächsische Wasser. Nach Beginn des Ersten Weltkriegs war es damit allerdings vorbei, immer wieder ruhte die Produktion. Erst nach Gössels Tod nutze dessen Sohn die 1920-er Jahre für einen Neuanfang. Die mystische Ära des „Margon“ war damit vorbei. Stattdessen nutzte der Junior das Wort als Markennamen, denn nach seiner altgriechischen Bedeutung steht es für „die Perle“.

Wechselvolle Erfolgsgeschichte

Mit dem perlenden „Margon Sprudel“ kam 1929 ein Mineralwasser mit Kohlensäure auf den Markt. „Das war damals ein durchaus exklusives Getränk“, erklärt Margon-Geschäftsführer Paul K. Korn. „Daraus wurde bald das Volksgetränk, das später in der DDR jeder als ‚Margonwasser’ kannte.“ Diese Bekanntheit hatte nicht zuletzt mit einer aufsehenerregenden Werbebotschaft zu tun: Als erste Leuchtreklame der Stadt, erstrahlte ab 1957 in Dresden der Spruch „Margonwasser – prickelnd frisch“.

Trotz wirtschaftlich turbulenter Nachkriegsjahrzehnte und der späteren Verstaatlichung waren die Produkte des Unternehmens im ganzen Osten Deutschlands immer begehrt. Neue Sorten wie das „Margon Tonic Water“ waren häufig nur „unter dem Ladentisch“ zu bekommen. Später kamen Cola und exotische Geschmacksrichtungen wie Maracuja ins Sortiment, die schnell ebenfalls populär wurden. Und offenbar war die Beliebtheit der erfrischenden Getränke groß genug, dass Margon auch in der Marktwirtschaft nach 1989 auf treue Kunden zählen konnte.

Vielfältiger Geschmack, große Verantwortung

Dennoch waren die ersten Jahre nach der Wende nicht leicht, doch spätestens seit der Eingliederung von Margon in die Hassia-Gruppe im Jahr 2005 kann das Unternehmen wieder optimistisch in die Zukunft schauen. „Seit dem Umzug nach Lichtenau im gleichen Jahr verfügen wir für Margon über die besten technischen und logistischen Möglichkeiten“, sagt Geschäftsführer Korn. Zum Beleg verweist er auf die 30 verschiedenen Margon-Produkte. Mehr als 200 Mitarbeiter füllen in Lichtenau Mineralwasser, Fruchtsaftgetränke, Limonaden, Schorle oder Bitter- und Vitalgetränke der Marken Margon, Lichtenauer und Vita Cola ab, bis zu einer Million Liter pro Tag. „Diese Zahlen bedeuten aber auch eine Verantwortung für uns“, weiß Paul K. Korn. Längst zählten die Lichtenauer Mineralquellen und damit auch Margon zu den wichtigsten Arbeitgebern in der Region. „Deshalb investieren wir auch in den Nachwuchs und bilden derzeit zwölf junge Leute in drei verschiedenen Berufen aus.“ Um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach zu kommen, engagiert sich die sächsische Traditionsmarke Margon unter anderem als Namenssponsor der Margon-Arena in Dresden und unterstützt so den Breitensport. Ferner fördert Margon viele Vereine und Organisationen, wie etwa den Dresdner DSC und seine sehr erfolgreichen Volleyball-Damen. Und dann gibt es ja noch die historische Leuchtreklame. Inzwischen steht sie unter Denkmalschutz und erstrahlt nunmehr seit 58 Jahren jeden Abend an der Budapester Straße im Dresdner Stadtzentrum. Prickelnd frisch … wie eh und je.