Wir sind zu Gast am Leipziger Standort von „Giesecke & Devrient“ (G&D). Das weltweit tätige Unternehmen steht für fälschungssichere Produkte wie Banknoten, Kreditkarten oder elektronische Ausweise. Die hochkarätigen Kunden: Zentral- und Geschäftsbanken, Mobilfunkanbieter, Unternehmen sowie Regierungen und Behörden.  Eine moderne Sicherheitstür, ein funktionaler Bau. Der Eingang nahe der Leipziger Innenstadt ist unscheinbar. Seine Wurzeln hat G&D in Leipzig. Hier wurde das Unternehmen 1852 gegründet.

Familienunternehmen in sechster Generation

Werksleiter Frank Frenzel erwartet uns. Nachdem wir die Sicherheitsüberprüfungen gemeistert haben, treffen wir den 61-Jährigen in seinem Büro. Er erzählt: „G&D ist auch heute noch ein familiengeführtes Unternehmen, inzwischen in sechster Generation mit Stammsitz in Leipzig und Hauptquartier in München. Seit 1991 gehören wir als Gründungsstandort ebenfalls wieder zum Unternehmen.“ Frenzel nimmt uns mit auf einen kleinen Rundgang durch das Haus, zumindest den Teil, der für Besucher zugänglich ist. Wo Geld gedruckt wird, herrschen natürlich strengste Sicherheitsvorkehrungen; Besucher sind dort nicht erlaubt. Aber die Abteilung Briefmarkendruck ist eine Option. Wir passieren eine doppeltürige Sicherheitsschleuse zum Produktionsbereich. Mit einem lauten Zischen geht die erste Glastür auf. Wir treten hinein und sind für einige Sekunden gefangen. Die zweite Tür geht auf und wir stehen im Drucksaal.

Weltweit führender Konzern für Druck und Sicherheitstechnologie

Frank Frenzel: „Vor 160 Jahren war G&D auf den Druck von Wertpapieren und später Banknoten spezialisiert, also auf Sicherheitsdruck eben. Seitdem ist viel passiert, das Unternehmen und unser Produktspektrum sind enorm gewachsen. Heute agieren wir weltweit und sind stark im Bereich der Sicherheitstechnologien, sowohl für Banknoten als auch für Chipkarten oder eID-Karten, elektronische Führerscheine oder Pässe.

Frenzel erklärt, was G&D in Leipzig so besonders macht. „In Leipzig drucken wir Banknoten und Wertpapiere wie Briefmarken. Unsere Ausstattung ist hochmodern. Beispielsweise haben wir hier eine Laserziffernanlage stehen, welche die Banknoten-Nummerierung nicht im klassischen Buchdruckverfahren, sondern per Laserstrahl auf den Geldschein bringt. Durch den modernen Maschinenpark können wir auch die neusten Sicherheitsfeatures auf die Banknoten drucken und damit die Fälschungssicherheit gewährleisten.“

Teamgeist und Improvisationstalent

Außerdem können Banknoten hier lackiert werden, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Inzwischen sind viele Banknotenwerte mit diesem unsichtbaren und sehr feinen Lack überzogen. Gefragt, was G&D Leipzig für ihn außerdem ausmacht, antwortet der Chef von 400 Mitarbeitern: „Der Teamgeist, unsere Organisationsstärke – was wir zu DDR-Zeiten zwangsläufig brauchten und unser Zusammenhalt.“

Damit sind wir mit unserer kleinen Besucherrunde durch. Zurück geht es durch die Schleuse. Weil wir noch ein Foto vor dem alten Gebäudeteil machen wollen, begleitet uns der Geschäftsführer nach draußen. Auf dem Weg erzählt er, dass der Standort gerade um einen Neubau erweitert werde, die Auslastung der Druckerei sei gut. „Wir wollen ja schließlich auch zukünftig eine der ersten Adressen sein, wenn es um Hochtechnologie und Druck geht“, sagt Frenzel verschmitzt beim Abschlussbild. Wir sind draußen angekommen und stehen vor dem alten Firmenschriftzug aus Gründerzeiten. Hier fing die Erfolgsgeschichte von G&D einst an.

Fünf interessante Fakten rund um G&D

  1. Über 100 Zentralbank-Kunden in aller Welt nutzen Produkte des deutschen Familienunternehmens.
  2. G&D druckt 5 Mrd. Banknoten pro Jahr in Leipzig und Kuala Lumpur.
  3. Sechs Wochen braucht ein Geldschein bis er fertig ist und die verschiedenen Sicherheitsfeatures aufgebracht sind.
  4. Die „Lebensdauer“ eines Geldscheines liegt bei rund 1,5 Jahren, je nach Denomination und nach Klima des Landes, in dem er benutzt wird.
  5. Rund 11.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 31 Ländern arbeiten bei G&D und seinen Tochtergesellschaften.