Das zweitplatzierte Unternehmen Infrasolid um Geschäftsführer Benjamin Buchbach.

Benjamin Buchbach, Infrasolid – Mehr Infrarot für die Umwelt

Die Infrasolid GmbH erreichte im futureSAX-Ideenwettbewerb 2018 den 2. Platz. Mit ihrer Innovation im Bereich Infrarottechnologie wollen Sie in den nächsten Jahren den Markt mitbestimmen. Was genau dahinter steckt und warum gerade Sachsen ein wichtiger Standort für das 3-köpfige Gründerteam ist, hat uns Benjamin Buchbach – Geschäftsführer der GmbH im Interview verraten.

futureSAX: Herr Buchbach, bitte beschreiben Sie Ihre Innovation in einem Satz:

Die innovativen und energiesparsamen Mikro-Infrarot-Lichtquellen von Infrasolid sind Bauteile smarter Messgeräte, die anhand des Infrarot-Fingerabdruckes von Stoffen Informationen, z.B. über den CO2-Gehalt in der Luft, die Frische oder die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln generieren.

futureSAX: Wie kamen Sie auf den Gedanken? Was war der Auslöser?

Die Idee für Infrarot-Lichtquellen hatte mein Kollege Dr. Schossig während seiner Promotion. In vielen Jahren der Forschung hat er die Grundlage zusammen mit Herrn Ott dafür gelegt und die Voraussetzungen zur Herstellung geschaffen. Tatsächlich war der Auslöser, über die Gründung nachzudenken, eine Anfrage aus dem Markt. Eines unserer Patente wurde 2014 veröffentlicht, woraufhin sich ein etabliertes Unternehmen meldete und nach Möglichkeiten für den industriellen Einsatz fragte. Nachdem klar war, dass das Interesse echt und der Markt vorhanden ist, wurde die Gründung nach und nach vorangetrieben. Schnell zeigte sich, dass die Technologie auch besonders kleine Infrarot-Lichtquellen ermöglicht, für die es in Zukunft ein großes Potenzial geben wird.

futureSAX: Warum wird sich Ihre Idee auf dem Markt durchsetzen?

Weil wir Altbewährtes aufgreifen und es mit einer cleveren Innovation verbessern. Unsere Infrarot-Lichtquellen zeigen gute Leistungsdaten und können sehr vielfältig eingesetzt werden. Neben der Verbesserung von bestehenden Anwendungen sind sie zudem ein maßgebliches Bauteil, um ganz neue Konzepte zu realisieren. Solche Konzepte werden vor allem die Sicherheit und die Gesundheit der Menschen nachhaltig beeinflussen.

futureSAX: Hat der Ort der Startup-Gründung eine wichtige Rolle gespielt, oder würden Sie eher sagen, dass Sie ortsunabhängig sind?

Der Technologiestandort Dresden ist für uns sehr wichtig. Nicht nur, weil wir alle seit langer Zeit in Dresden leben, auch die Bedingungen für uns sind optimal. Das Institut für Festkörperelektronik der TU Dresden, aus dem wir uns ausgegründet haben, unterstützt uns und bietet uns ein starkes Netzwerk. Es gibt bereits viele in Dresden ansässige Firmen, die sich mit anderen Bauteilen im Bereich der Infrarot-Analyse beschäftigen. Dadurch ist ein fruchtbares Netzwerk entstanden. Insgesamt ist Sachsen für uns ein wichtiger Standortvorteil, weil nicht nur Partner und Kunden hier vertreten sind, sondern auch wichtige Zulieferer und Hersteller von Anlagen die wir benötigen.

futureSAX: Was war der beste Rat, den Sie je erhalten haben?

Es gibt viele gute und keinen besten Rat. Es kommt darauf an, was man daraus macht und wie man die Erkenntnisse anderer nutzt. Sonst ist der beste Rat nichts wert.

futureSAX: Beschreiben Sie bitte den Moment, als Sie von Ihrer Nominierung im futureSAX-Ideenwettbewerb erfahren haben!

Das war ein sehr hektischer Morgen mit einem engen Zeitfenster zwischen zwei Terminen. Ich habe die Mail zunächst nur überflogen und konnte es aufgrund des Troubles gar nicht richtig verarbeiten. Als wir dann kurz vor dem zweiten Termin waren, unserer ersten Gesellschaftersitzung nach der ersten Finanzierung, hatte ich einen Moment Zeit die Mail ein zweites Mal mit Ruhe zu lesen. Die freudige Nachricht verkündete ich dann zum Abschluss der Sitzung.

futureSAX: Welche wichtige Empfehlung oder welchen Tipp würden Sie Gründern mit auf den Weg geben?

Loslegen, das Netzwerk kontinuierlich erweitern und sich Rat bzw. Unterstützung holen. Viele Dinge haben andere schon durchdacht und es ist sinnvoll sich deren Erfahrung zu Nutze zu machen. Natürlich nicht vergessen, den eigenen Kopf zu bemühen und alles im Rahmen des eigenen Unternehmens zu bewerten.

futureSAX: Wie geht es weiter? Wie sieht ihr Unternehmen in fünf Jahren aus?

Wir gehen gerade mit voller Kraft die Skalierung unserer Produktion an, um große Stückzahlen reproduzierbar herstellen zu können. Neue Mitarbeiter stehen in den Startlöchern und wir haben gute Ideen, um weiterhin innovativ zu bleiben und so den Markt mitzugestalten. In 5 Jahren sind wir am Markt etabliert und beliefern wichtige Kunden in verschiedenen Märkten, mit unseren eigenen Fertigungsanlagen die in Dresden stehen.

www.infrasolid.com

Interview durchgeführt von www.futuresax.de