Seit einiger Zeit wandelt sich das Image von „nachhaltiger Mode“. Stand der Begriff bisher eher für einen alternativen Kleidungsstil, zeigen immer mehr vorrangig kleine Label, dass Kleidung nachhaltig, stilbewusst und elegant sein kann. So wie die Kollektionen des sächsischen Modelabels „edelziege“. Das Unternehmen steht für ein neues Bewusstsein in der schnelllebigen Modenbranche. Mit seinen Cashmere-Kleidern, -Pullovern und -Ponchos schlägt „edelziege“ außerdem die Brücke zwischen Sachsen und der Mongolei. Aus dem zentralasiatischen Land kommt das Grundmaterial. Cashmere-Wolle ist eine sehr feine und weiche Naturfaser, die aus dem Unterfell der gleichnamigen Ziegen gewonnen wird.

Wer steckt hinter „edelziege“?

Mein Name ist Saruul Fischer. Ich habe mit „edelziege“ ist mein eigenes Modelabel gegründet. Wir entwerfen und produzieren hochwertige Cashmere-Mode. Ich verbinde dabei meine Herkunft als gebürtige Mongolin mit meiner Wahlheimat Sachsen. Hier lebe ich seit 30 Jahren. 1986 ist mein Vater als Dolmetscher in die damalige DDR gekommen, um mongolische Lehrlinge zu betreuen. Ich bin im Erzgebirge aufgewachsen, habe in Dresden studiert und lebe inzwischen mit meinem Mann und unseren zwei Kindern in Plauen/Vogtland.

Wie ist „edelziege“ entstanden?

Eigentlich durch Zufall. Ich habe schon immer Cashmere-Pullover aus meiner Heimat mitgebracht und auch Freundinnen damit versorgt. Mein Mann hat mir dann Mut gemacht, daraus eine Geschäftsidee zu machen. 2008 habe ich „edelziege“ gegründet und starte seit 2012 richtig durch, seit meine Kinder etwas größer sind. Mein eigenes Unternehmen zu haben, ist für mich eine prima Möglichkeit, Familie und Karriere miteinander zu vereinbaren.

Was ist das Besondere an „edelziege“?

Mir ist Nachhaltigkeit wichtig. Früher haben wir Kleidungsstücke über mehrere Generationen getragen. Heute werfen wir ein T-Shirt einfach weg, wenn es ein kleines Loch hat. Das finde ich nicht gut. Deshalb steht „edelziege“ für nachhaltiges Wirtschaften im Einklang mit der Natur und dem Menschen. Massenfertigung, Billiglohn und die umweltbelastende Produktionsverfahren gibt es bei uns nicht.

Wieso der Name „edelziege“?

Unser Name beschreibt unsere Mode: Sie wirkt edel und das Grundmaterial stammt von Ziegen. Außerdem lässt er sich gut merken, weil natürlich auch ein kleines Augenzwinkern dabei ist. Ich selbst mag übrigens tragbare Mode. Mit einem Cashmere-Pullover und einer Jeans bist du quasi immer gut angezogen. Und es geht fix, du brauchst morgens nicht stundenlang vor dem Schrank zu stehen und zu überlegen.

Wie entstehen Ihre Kollektionen?

Zusammen mit meinen Designern entwickle ich aus meinen Ideen konkrete Entwürfe. Zwei Mal im Jahr fliege ich nach Asien, um mit unserem Team vor Ort zu sprechen. Mir ist es wichtig, dass die Frauen wissen, für wen sie die Pullover stricken. Unsere Kollektionen werden hauptsächlich aus 100% Cashmere-Wolle gefertigt. Cashmere ist ja ein nachwachsender Rohstoff, die Haare werden aus dem Fell der Ziegen gekämmt, die frei in der Steppe leben. Danach wird die Wolle auch in der Mongolei verarbeitet. Dafür kooperieren wir mit kleinen Manufakturen in Ulaanbaatar, der mongolischen Hauptstadt.

Welche Pläne haben Sie für Ihr Label?

Nachhaltige Mode zu kaufen, wird für immer mehr Menschen ein Thema. Das motiviert mich. Derzeit sind wir in Boutiquen in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Schweden und England sowie in den USA vertreten. Das sollen noch mehr werden! Ich möchte gern gesund wachsen. Große Handelsketten passen allerdings nicht zu uns, wir gehen einen anderen Weg.

Mehr Informationen, wunderschöne Bilder aus der Mongolei und die Möglichkeit, online einzukaufen, gibt es hier.