Lovetoys, Sextoys, vibrierendes Liebesspielzeug – Produkte dieser Art sind oft bunt, witzig und leider vor allem eins: laut. Die Geräusche von handelsüblichen Vibratoren und Pulsatoren können schon mal vom eigentlichen Liebesspiel ablenken. Das wollen Julia Ryssel und Martin Cirillo-Schmidt ändern. Darum haben die beiden LAVIU gegründet, ein Unternehmen, das sich der Entwicklung von innovativen Hightech-Lovetoys verschrieben hat.

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Die LAVIU-Gründer Julia Ryssel und Martin Cirillo-Schmidt

Wer seid ihr und was macht ihr?

Julia: Ich bin Julia Ryssel, 29 Jahre alt, Gründerin und Geschäftsführerin von LAVIU. Ich habe in Freiberg Keramik, Glas- und Baustofftechnik studiert und bin als Ingenieurin der technische Kopf unserer Firma.

Martin: Und ich bin Martin Cirillo-Schmidt, ebenfalls 29 Jahre und Chef-Designer von LAVIU. Ich habe an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle Industriedesign studiert. Zusammen entwickeln und produzieren wir Hightech-Lovetoys ganz ohne störende Geräusche und in höchster Qualität, made in Germany.

 Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ausgerechnet Lovetoys herzustellen?

Julia: Die Idee, Lovetoys mit unserer Silent-Touch-Technologie zu verbinden, stammt aus einer Projektarbeit von Martin. Das Innovative an der Technologie ist, dass sie eine Bewegung völlig ohne störende Geräusche mithilfe von sogenannten smart materials ermöglicht. Wir haben die Idee dann immer weiterentwickelt, weil wir neue Maßstäbe bei Lovetoys setzen wollen. Es gibt ständig so viele Innovationen für Geräte wie Waschmaschinen, Autos oder Handys. Auch Lovetoys haben sich in den letzten Jahren sehr weiterentwickelt. Aber was mich bei allen vibrierenden und pulsierenden Toys noch immer stört, ist die Lautstärke. Da summt es mal, da rattert es, manchmal pfeift es sogar. Vollkommen lautlos sind sie nie. Dafür wurde bislang einfach keine technische Lösung gefunden.

Martin: Verrückt, oder? Dabei sollte das Toy beim Liebesspiel ja nicht im Mittelpunkt stehen, sondern die Menschen. Es geht nicht um Performance wie bei einer Maschine mit entsprechender Geräuschkulisse, sondern um den Partner und die Partnerin und das gemeinsame Erfahren. Manche Hersteller von Lovetoys werben damit, die Frau in zehn Sekunden zum Orgasmus zu bringen. Das ist ganz klar nicht unser Ansatz. Wir möchten, dass unsere Toys zu mehr Sinnlichkeit, Entspannung und Verwöhnen beitragen. Dazu darf man sich ruhig auch etwas mehr Zeit für sich gönnen.

 Würdet ihr sagen, eure Mission ist besserer Sex für alle?

Julia: (lacht) Ja, das könnte man vielleicht so sagen. Wir wollen definitiv mit unseren Toys dazu beitragen, dass die Menschen glücklicher sind, Beziehungen wieder aufblühen und alles in allem mehr guter Sex stattfindet.

 Wo steht LAVIU jetzt? Kann man eure Produkte schon kaufen?

Julia: Seit 1. November können der LAVIU One und der LAVIU Rabbit, unsere beiden ersten Toys, vorbestellt werden. Zwei Toys, die durch ihr wunderschönes Design und eine lautlose Anwendung überzeugen. Die Vorbesteller werden die ersten sein, die die Toys im Frühjahr 2017 zum geplanten Marktstart ausprobieren können. Auf unserer Indiegogo-Seite und unter www.laviu.de/crowdfunding gibt es mehr Informationen

 Welche Rolle hat Sachsen in eurer Entwicklung gespielt? Würdet ihr sagen, dass es hier besondere Startbedingungen für Gründer gibt?

Julia: Nun, ich selbst habe ja in Sachsen studiert und wohne aktuell in Freiberg. Für LAVIU haben wir uns ein Büro in Dresden gesucht, direkt am Blauen Wunder, das ist schon sehr schön. Aber es sitzen auch viele unserer technischen Partner in Dresden, die sind somit unkompliziert ansprechbar. Das ist für ein Hightech-Produkt wie das unsere schon ein großer Vorteil. Gerade sind wir dabei, auch in Leipzig Räume anzumieten, denn dort sitzen viele unserer kreativen Partner wie Filmagenturen oder Produktfotografen. So gesehen bietet Sachsen für uns so ziemlich alles, was wir im Moment an Netzwerk brauchen. Nicht vergessen darf man auch, dass wir durch die Auszeichnung mit dem FutureSAX-Preis des Freistaates Sachsen viel Medienecho erzeugen konnten und somit wertvolle Geschäftskontakte in der Region aufgebaut haben. Auch darum sind wir froh, in Sachsen gegründet zu haben.

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LAVIU erreichte beim FutureSAX Innovationswettbewerb 2016 den 3. Platz

Wie reagieren denn Freunde und Bekannte, wenn ihr erzählt, dass ihr Lovetoys entwickelt?

Martin: Viele meiner Freunde finden LAVIU richtig klasse. Vor allem unseren Ansatz, über Sexualität und Sinnlichkeit offen zu sprechen. Schließlich betrifft Sexualität uns alle. Da gibt es eigentlich nichts, was komisch wäre. Sie sind eher interessiert und wollen mehr wissen, was wir machen.

Julia: Ich erhalte auch viel Zuspruch für das, was wir machen. Besonders als Ingenieurin und Mutter werde ich oft auf meinen Job als Geschäftsführerin angesprochen und bekomme dafür viele positive Rückmeldungen. Die Allermeisten sind aber ganz einfach gespannt auf das Produkt selbst. Ein völlig lautloses Lovetoy gibt es eben noch nicht und das macht neugierig.

Welche Produkte wird es in Zukunft von LAVIU geben?

Julia: Wir haben noch viele verschiedene Ideen im Kopf, die wir umsetzen möchten. Es soll zukünftig nicht nur Lovetoys vorrangig für Frauen geben, sondern auch für Paare und für Männer. Wir wollen unsere Technologie weiterentwickeln und auch vollkommen neue Ansätze verfolgen. Allzu viel mag ich noch nicht verraten, aber ich denke, es bleibt auf jeden Fall spannend!

Martin: Letztlich orientieren wir uns auch stark an den Wünschen unserer Fans. Manche Kunden schreiben uns und erzählen von ihren Erfahrungen mit Lovetoys und was sie sich zukünftig wünschen. Da gehen wir gern in den Dialog und überlegen gemeinsam, wo die Reise hingehen könnte.

Mit welchen drei Worten würdet ihr LAVIU beschreiben?

Martin: Revolutionär, lebendig, Hightech  

Julia: Innovation, Lebenslust, Erfüllung

www.LAVIU.de

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