Ute Czeschka kennt die Elemente. Sie studierte Chemie, bevor sie sich mit einem Marketingbüro selbstständig machte. Eines Tages entdeckte sie eine Formel, die ihr eine neue Perspektive gab. Die Meißnerin verbindet handgemachte Tradition mit kopfgedachter Vision.

Alles fing mit einem Zufall an. Ute Czeschka beriet die Leinenweberei Hoffmann in Neukirch. Es ging um das Leinen, um Marketing und den Vertrieb. Die Leinenweberei stellt seit Jahrzehnten einen Stoff her, der in seiner Qualität unübertroffen ist. Leider wussten zu wenige Kunden davon. Ute Czeschka änderte das, bescherte der Manufaktur einen Aufschwung und sich selbst ein neues Lebensgefühl. Und plötzlich stellte sie fest, dass in Sachsen noch viel mehr Manufakturen existieren. Für sie sind diese ein grandioses Kulturgut, das nicht nur erhalten, sondern weiter entwickelt werden müsse, sagt sie. Einige Handwerke sind nämlich schon jetzt vom Aussterben bedroht.

Individualisten verbinden

Die Mutter zweier Kinder wollte mehr wissen. Sie fuhr einfach los, besuchte eine Manufaktur nach der anderen, lernte die Unternehmer kennen und kam nicht mehr los von der Idee, dass die einzelnen Hersteller ein gemeinsames Netzwerk brauchten, eine Plattform für Verkauf und Öffentlichkeitsarbeit – getreu dem Motto: »Tu Gutes und rede darüber.« Genau das gelang ihr. Denn so gut wie alle hatten das gleiche Problem: Es fehlte ihnen an Bekanntheit im eigenen Land.

Wer Familienunternehmen kennenlernt, der weiß, dass zumeist Individualisten dahinterstecken. Diese miteinander zu verbinden, braucht eine Basis des Vertrauens. Es muss einfach die Chemie stimmen. Und die eben stimmt mit Ute Czeschka. Sie gründete die Internetplattform Manufakturhaus.com, wo sie inzwischen mehr als 30 sächsische Manufakturen und eine Reihe weiterer erlesener Handwerksbetriebe aus anderen Bundesländern vertritt und deren Produkte online verkauft. Sie berät Firmen bei der Produktentwicklung, der Preisgestaltung und bei Messeauftritten und organsiert seit 2010 die Sächsische Weihnacht auf Schloss Wackerbarth. Im stilvollen Ambiente des sächsischen Weingutes bieten die Manufakturen ihre Produkte nicht nur an, sondern zeigen ihr perfektes Handwerk. Künftig wird es sogar die Möglichkeit geben an speziellen Besichtigungen in einigen Manufakturen teilzunehmen und so die Arbeit der Manufakturisten hautnah zu erleben. Und als wäre das nicht schon genug Arbeit, eröffnete die 45-Jährige 2011 in Meißen ihr erstes stationäres Manufakturhaus. Hier können Kunden staunen, fühlen und kaufen, was es an handgemachter Qualität in Sachsen und Deutschland gibt. Und die Einkäufer sind glücklich damit. Genau das ist die Formel, die Ute Czeschka entdeckte: Handgemachtes aus Sachsen macht glücklich.

www.manufakturhaus.com

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