Königliche Hofuhrmacher begründeten im Erzgebirge eine Handwerkstradition, die bei Glashütte Original bis heute leidenschaftlich gepflegt wird.

Konzentrierte Stille herrscht in den Produktionsräumen von Glashütte Original. Winzige Zahnräder, Federn und Schrauben liegen sorgsam aufgereiht auf den überhohen Tischen der Uhrmacher. Mit präzisen Bewegungen fügen sie viele hundert Teile zusammen, bis nach ungezählten Handgriffen ein mechanisches Meisterwerk vollendet ist. Fern jeder Hektik ist es leicht, in Gedanken 170 Jahre in die Vergangenheit zu reisen – in die ersten Jahre der Glashütter Uhrmacher.

Tradition verpflichtet

Damals schickte sich der Dresdner Hofuhrmacher Ferdinand A. Lange an, mit namhaften Kollegen wie Julius Assman, Moritz Grossmann und Adolf Schneider im Erzgebirge eine eigenständige sächsische Uhrenindustrie zu gründen. Das Städtchen Glashütte schien dafür ideal, denn hier gingen die Zeiten des Bergbaus dem Ende entgegen und viele ehemalige Bergleute suchten Lohn und Brot. Über Jahre investierten die Gründer in deren Aus- und Weiterbildung, gründeten 1878 die erste deutsche Uhrmacherschule und legten so den Grundstein für viele Generationen sächsischer Meisteruhrmacher. Denn es war klar: Nur höchste Qualität versprach den nötigen Erfolg, weil der Kundenkreis für kostspielige Zeitmesser damals klein und äußerst anspruchsvoll war. Offensichtlich war dieser Weg richtig. Die Uhrmacherschule gibt es noch immer und das historische Gebäude mitten in Glashütte beherbergt seit 2008 auch das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte, das mit mehr als 400 Exponaten die Entwicklung der Uhrmacherei in der Stadt illustriert. Ausgesuchte Taschenuhren sind hier zu sehen, hochpräzise Marinechronometer, erste Armbanduhren, Patenturkunden und historische Uhrmacherwerkbänke.

Hightech trifft Handarbeit

Diese Museumsarbeitsplätze unterscheiden sich kaum von jenen, an denen heute noch bei Glashütte Original gearbeitet wird. Zwar werden viele Präzisionsteile inzwischen mit modernster Technologie gefertigt, aber deren Veredlung und Montage ist hier noch immer Handarbeit. Bis zu 95 Prozent der Teile jeder Uhr entstehen vor Ort in dem modernen Manufakturgebäude, eine Fertigungstiefe, wie sie kein anderer Glashütter Uhrenhersteller erreicht. Und weil hier selbst kleinste Teile tief im Inneren der Uhr mit größter Hingabe poliert und veredelt werden, genießen die Zeitmesser des sächsischen Unternehmens einen exzellenten Ruf bei Uhrenliebhabern und -sammlern in aller Welt. Die lassen sich in den Glashütte-Original-Boutiquen von Dresden, Paris oder Genf die neuesten Modelle mit noch raffinierterer Mechanik vorführen. Selbst in Peking, Shanghai, Hongkong und Tokio ist das Unternehmen mit eigenen Geschäften vertreten. Und überall gelten die Uhren mit dem charakteristischen Doppel-G-Symbol als herausragende Beispiele für deutsche Wertarbeit – made in Saxony.