Hoch hinauf in weite Höhen, bis zu den Sternen, dort, wo die Luft dünn ist und die Schwerelosigkeit herrscht – dorthin wagen sich auch sächsische Firmen mit ihren Produkten und Innovationen. Luft- und Raumfahrt made in Saxony: Dafür steht auch das Erzgebirge. Denn in der Kammregion Erzgebirge/Vogtland gibt es nicht nur die Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz zu besichtigen. Allein am Airbus A380, dem größten zivilen Verkehrsflugzeug weltweit, sind sechs Firmen aus der Region beteiligt.

So fertigt die Firma eviro Elektromaschinenbau & Metall GmbH mit Sitz in Eibenstock die Statoren für die Motoren in den Türantrieben. Das mittelständische Unternehmen wurde 1991 gegründet und hat sich seitdem stetig weiterentwickelt. Bei Eviro werden Kupferdrähte gewickelt, die als unbewegliche Teile in die E-Motoren eingebaut werden, mit denen sich die Türen des A380 öffnen lassen.

Sechs Unternehmen aus der Kammregion Erzgebirge/Vogtland sind am Bau des Airbus A380 beteiligt.

Damit die Passagiere im A380 sicher ans Ziel kommen, liefert die Firma A-Form AG aus Mildenau eine entscheidende Komponente. Das Sicherheitsmodul aus der Produktionsstätte sorgt dafür, dass die Türen während des Flugs geschlossen bleiben. Die Metallwerkzeuge des Unternehmens werden auch in der Raumfahrt eingesetzt. Weitere Press-Werkzeuge für die Produktion des Fensterrahmens am A380 kommen zudem aus der WESOBA Werkzeug- und Sondermaschinenbau GmbH in Schwarzenberg.

Wer es sich im Flugzeug gemütlich macht, der legt seinen Arm vielleicht auf eine Lehne aus Neukirchen bei Chemnitz ab. Dort ist einer der fünf Standorte der pro-beam Gruppe, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Elektronenstrahl- und Lasertechnologie. Die pro-beam systems GmbH wurde 1999 im Erzgebirge gegründet und produziert unter anderem Schweißmaschinen zum Triebwerksbau des A380. Produkte von pro-beam, die ebenfalls in der Luft- und Raumfahrt zur Anwendung kommen, sind Einspritzsysteme für Turbojet-Motoren, Treibstofftanks für die Raumfahrt, so für die Ariane 5 oder das Gehäuse für die Ionenquelle eines Weltraum-Magnet-Massenspektrometers.

Produktfoto Armlehne A380, Foto: pro-beam

Wer sicher fliegt und gemütlich sitzt, braucht frische Luft: Wenn Passagiere im A380 die Lüftung über ihren Köpfen aufdrehen, fassen sie an Metallteile aus dem sächsischen Beierfeld. Hier bauen die Mitarbeiter bei der HAUFE GmbH und Co. KG unter anderem die Chassis für die Bedienelemente sowie Gehäuse für das Cockpit und in den Kabinen. 1991 kam das Unternehmen aus Usingen nach Sachsen. Hier werden auch Aufträge für den kleineren A350 bearbeitet.

Blick in die Produktion von PTF Pfüller GmbH & Co. KG, Foto: PTF Pfüller

Ventilbaugruppen für den Spoiler am Stellantrieb des Airbus kommen von PTF Pfüller GmbH & Co. KG in Stollberg. Seit 1992 ist das international tätige Unternehmen im Erzgebirge vertreten. 2005 wurde in Stollberg ein Reinraum für die Montagen eröffnet. Mit den Ventilbaugruppen aus Stollberg werden die Höhenruder an dem Airbus gesteuert. PTF hat schon sehr oft Komponenten gefertigt, die auch in Satelliten und Trägerraketen zum Einsatz kamen und die mit Sicherheit wertvolle Daten im All sammeln und zur weiteren Erkundung und Eroberung des Weltalls beitragen werden. „Sieht man die Zeitspanne, seitdem Sigmund Jähn zum ersten Mal im All war, bis zum heutigen Tag und man wagt die exponentielle Entwicklungsgeschwindigkeit zu überschlagen, liegt es fast nahe davon überzeugt zu sein, dass durch Pioniere wie Sigmund Jähn die private Raumfahrt der Menschheit in sehr nahe Zukunft gerückt ist, sagt Geschäftsführer/CSO Oliver F. Zintl.