Beim Fahrzeugzulieferer Miunske nahe Bautzen zu arbeiten heißt, großen Spielraum für eigene Ideen zu haben und als Mitarbeiter besonders geschätzt zu werden. Das zeigen viele kleine Beispiele: ein von der Geschäftsleitung spendiertes gemeinsames Mittagessen zum Monatsabschluss, familienfreundliche Teilzeitmodelle auch für Männer, Kindergartenzuschläge oder frischer Tee aus dem firmeneigenen Kräutergarten. Deshalb haben sich beispielsweise auch Dottore Francesco Donà aus Padua (Italien), Ondrej Svarc aus Varnsdorf (Tschechien) oder Sebastian Müller, ehemals Ingenieur bei Audi in München, für das gemütliche Großpostwitz in Ostsachsen entschieden.

Mut, Risikobereitschaft und eine christliche Lebenseinstellung: das Erfolgsrezept der Familienfirma

Die Fahrzeugtechnik Miunske GmbH ist ein Elektronikspezialist, der seit 1997 Fahrzeug-Zubehörteile aus Ostsachsen an Kunden in 28 Länder weltweit liefert. Die Schalter, Relais oder Elektronikkomponenten werden später in Kehrmaschinen, Krankentransportern oder Polizeiwagen verbaut. 46 Prozent des Umsatzes macht Handelsware aus, der Rest sind innovative eigene Produkte. Ein Beispiel: die selbst entwickelte Lenksäule für Nutzfahrzeuge. „Uns ist eine starke Entwicklungsabteilung wichtig“, sagt Firmengründer Johannes Miunske. Das hat die Firma auch im Krisenjahr 2009 durchgehalten. Die Aufträge gingen zurück, Miunskes aber stellten neue Entwickler ein. „Ich habe gespürt, dass es bald wieder aufwärts geht. Unternehmer zu sein, heißt Mut haben und Risiken eingehen“, bekräftigt der 63-jährige, der seine christliche Lebenseinstellung mit leidenschaftlichem Unternehmertum verbindet. Er nennt das „seinen Traum verwirklichen“. Schließlich hat der quirlige Sachse in seinem Leben schon viel erlebt. Als Konstrukteur im VEB Fortschritt Mähdrescherwerk Singwitz oder als Handelsvertreter für einen großen Automobilzulieferer aus Nordrhein-Westfalen in den frühen 90ern. Die Erfahrung aus beidem verbindet er in seinem eigenen Unternehmen.

Verwurzelter Familienbetrieb mit Zukunft: „Hier wollen wir bleiben!“

Johannes Miunske hat seinen Lebenstraum gemeinsam mit seiner Familie verwirklicht, „die Rückhalt und Kraftquelle ist“, wie er sagt. In 15 Jahren ist so aus der Einmannfirma ein florierendes mittelständisches Unternehmen mit 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewachsen. An Bord sind neben dem Seniorchef seine Frau — „die gute Seele der Firma“ — sowie die zwei Töchter samt ihren Männern. Die Töchter Katrin Miunske und Jana Kirstein haben seit einem Jahr die kompletten Gesellschaftsanteile des Unternehmens übernommen. Die Ältere von beiden, Katrin Miunske, steigt ab 2014 mit in die Geschäftsleitung ein. Denn allen Miunskes sind ihre sächsischen Wurzeln wichtig. Seniorchefin Monika Miunske fasst es zusammen: „Wir wollten schon immer dort arbeiten, wo wir uns wohlfühlen. Hier haben wir unsere Wurzeln, hier wollen wir bleiben.“ So sehen es auch die zwei Töchter. Beide haben während ihrer Berufsausbildung in Bayern beziehungsweise Baden-Württemberg gelebt und sind gern wieder nach Sachsen zurückgekommen.

www.miunske.com