Inmitten des Zwoteltals lebt René Eckert mit seiner Familie.

René Eckert versteht das Filmen mehr als Handwerk denn als Kunst. Dabei ist er im besten Sinne genau das, ein Künstler: Er lebt und zeigt die Alternativen zu einem festgefahrenen Zeitgeist. Dafür braucht er nicht viel: nur sein wunderbares Domizil „Blickinsfreie“ im Zwotental und die Liebe zu seiner Heimat, dem Vogtland. Um seine Botschaft über die Liebe zur Einfachheit im ländlichen Raum in die Welt hinauszutragen, entstand in Zusammenarbeit mit „So geht sächsisch.“ sein neuster Kurzfilm „Sein“.

Treffend bezeichnet "Blickinsfreie" das Grundstück der Familie Eckert.

Inmitten der vogtländischen Wälder lebend, genießt René Eckert mit seiner Familie den „Blickinsfreie“. © adrianinfernus.de

René war lange Jahre begeisterter Snowboarder und fand dadurch die Möglichkeit, seine Leidenschaft des Filmemachens auf professionelle Beine zu stellen. Mit seinen Dokumentarfilmen hat er sich in der Szene einen Namen gemacht – und damit gutes Geld verdient. Wessen Traum ist es nicht, dank der eigenen Leidenschaft ein Auskommen zu finden? René jedenfalls hat diesen Traum lange gelebt und dabei nicht nur filmisches Handwerk gelernt: Er hat Menschen kennengelernt, Freundschaften geknüpft und einen ganz anderen Blick auf seine Welt gewonnen. Eine Welt, die geprägt war vom Reisen, stets auf der Suche nach neuen Geschichten, die er in Filmen erzählte, eine Welt im Flugzeug. Jetset.

Sobald der erste Schnee liegt, greift René Eckert zu seinem Snowboard.

Für seine Leidenschaft – dem Snowboarden – zog es René Eckert jahrelang mehrfach um die Welt. © dannyotto.de

Dabei hat René eigentlich nie so recht in diese Welt gepasst. Seine Filme erzählen Geschichten, beleuchten Unbeleuchtetes und das in einer bisweilen poetisch anmutenden Ästhetik. Rückblickend entsetzt ihn der gewaltige Klimafußabdruck der vielen Reisen und die Oberflächlichkeit der Szene, sagt er. Seine Liebe zu Natur wollte er deshalb fortan anders leben. Und ist dafür zurück in die Heimat, das Obere Vogtland, gekommen. Im Zwotental hat er sich ein Domizil geschaffen und „Blickinsfreie“ genannt: Malerisch und schlicht. Zwischen Fichten gelegen, erreichen Besucher seine Zuflucht nur über eine holprige Piste. Von Renés altem Leben gibt es hier kaum eine Spur.

Das Grundstück ist umgeben vom saftigen Grün des Vogtlands.

Treffend bezeichnet „Blickinsfreie“ das Grundstück der Familie Eckert. © blickinsfreie

Er hat sein Glück in viel einfacheren Dingen gefunden: Ein Leben mit Frau und Sohn, im Garten wächst das selbstgezogene Gemüse, im Haus herrscht warme Gastfreundschaft und Gemütlichkeit. René hat berufliche Abenteuer an den exotischsten Plätzen dieser Welt gegen das für ihn bisher größte Abenteuer eingetauscht: Landleben, simpel, echt, manchmal auch hart.

Die Familie im eigenen Garten.

Mühevoll, aber immer mit Freude und Stolz, produziert Familie Eckert – so weit es geht – sogar ihre Lebensmittel selbst. © adrianinfernus.de

René will ein Vorbild geben, nicht als nur Snowboarder, sondern für ein Leben voller Heimat- und Naturverbundenheit und Einfachheit im Alltag. Aufgeben will er das Snowboarden natürlich nicht. Die Berge vor der Haustür reichen allemal, um genau das zu spüren, weshalb er vor knapp 20 Jahren mit Snowboarden begann.

Auf dem Grundstück der Familie Eckert ist Platz für Feierlichkeiten und Konzerte.

Auf ihrem Grundstück organisiert die Familie immer wieder kleine Konzerte und Feste. © blickinsfreie

Arbeit für das Wenige, was seine Familie und er benötigen, gibt es hier auch. Sein Domizil „Blickinsfreie“ vermietet er für Urlauber oder Hochzeitsgesellschaften und er veranstaltet kleine, feine Konzerte, bei denen Menschen zusammenkommen, um bestenfalls eine Inspiration reicher in ihr Leben zurückkehren.

Text: Christian Roscher

Filmplakat "SEIN" von blickinsfreie

Das offizielle Filmplakat zu Eckert’s Porträt „SEIN“.