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Zeitgenössische Kunst ist ein sächsischer Exportschlager. Auf dem internationalen Kunstmarkt werden Werke von Malern wie Neo Rauch hoch gehandelt. Viele Künstler der so genannten „Neuen Leipziger Schule“ arbeiten in der Leipziger Baumwollspinnerei, einem gewaltigen alten Industrieareal, das wie ein kleiner eigener Stadtteil organisiert ist. Mitten in diesem Kunst-Mekka, im Besucherzentrum der HALLE 14 – der größten denkmalgeschützen ehemaligen Produktionshalle – steht Sophia Littkopf. Sie ist Geschäftsführerin des gleichnamigen Vereins, „einem Labor für zeitgenössische Kunst in einem inspirierenden Umfeld“, wie sie sagt.

Ein sächsisches Centre Pompidou

Die 34-jährige Leipzigerin führt ein neunköpfiges Team. Sie wirkt prädestiniert für den Job als Kulturmanagerin: agil, offen und kommunikativ. Ihr geht es darum, „die Berührungsängste vor Kunst zu nehmen“. Und so schwebt ihr eine Art Centre Pompidou vor, das ähnlich wie das berühmte Pariser Kunst- und Kulturzentrum Menschen aus allen Schichten freien Zugang zu Kunst und Kultur ermöglicht. Littkopf ist überzeugt, dass man Kunst nicht zwangsläufig verstehen müsse. Vielmehr gehe es darum, dass sie ihren Betrachter bewegt. Deshalb ruht das Kunstangebot der HALLE 14 auf fünf Säulen: der Bibliothek, den internationalen Gruppenausstellungen, dem spartenübergreifenden Veranstaltungsprogramm, der Kunstvermittlung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie dem Studioprogramm für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler aus aller Welt. Littkopf: „Wir wollen Kunstpräsentation, -produktion und -vermittlung miteinander verzahnen und gleichzeitig den internationalen künstlerischen Austausch fördern.“ Im Rahmen des Studioprogramms lädt die HALLE 14 internationale Künstler nach Leipzig ein. „Einige, die eine Residenz bei uns verbracht haben, wurden anschließend mit Preisen ausgezeichnet. Wir sind stolz, diese jungen Talente bei uns gehabt zu haben“, berichtet die Kunstmanagerin.

Inspirierend: die (Kunst-)Welt zu Gast in Leipzig

Einer davon ist Rafram Chaddad. Der tunesisch-israelische Künstler hat von Oktober bis Dezember 2013 in Leipzig gelebt und gearbeitet. Über seine Zeit in der HALLE 14 sagt er: „Leipzig war für mich eine beeindruckende Erfahrung. Ich habe an einem Video gearbeitet und Leipzigerinnen und Leipziger gefragt, ob sie mitmachen wollen. Es war toll, wie begeistert sich alle engagiert haben. Das findet man woanders nicht so leicht.“ Derzeitiger Gastkünstler ist Eric Kaiser aus Nancy. Der Franzose schätzt an Leipzig das friedliche Nebeneinander von neu, alt und alternativ. Vor allem aber die unglaubliche Kunstszene in der Spinnerei, wegen der er auch gekommen sei. Dieser Mix mache die Messestadt aus und sei sehr inspirierend für ihn.

Unterstützt wird die HALLE 14 von der Stadt Leipzig und von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Darüber hinaus engagieren sich der Förderverein, die Stiftung Federkiel aus München sowie weitere öffentliche und private Partner.

www.halle14.org